
Im Jahr 2008 beeindruckten der Song „Break“ und das darauffolgende Album „At War With Walls And Mazes“ von einem jungen Künstler namens Son Lux, auf dem eine Art klassische Soundscapes mit HipHop und großen Gesten à la Thom Yorke gepaart wurden. Solch eine Mischung war bis dahin nur einer geheimnisvollen Person, nämlich der Isländerin Björk, zuzutrauen.
Hinter Son Lux verbirgt sich der in Colorado gebürtige und mittlerweile in New York niedergelassene Ryan Lott. Jener studierte Klavier und klassische Komposition. Der heutzutage leider unbeeindruckenden Legende nach, soll er einen Songwriting Contest gewonnen haben und als Gewinner auf einem Festival mit den Großen des Geschäfts gespielt haben. Auf diese Art und Weise wurde das Label Anticon auf den jungen Künstler aufmerksam. So viel zur Vorgeschichte.
Nun steht mit „We Are Rising“ der Nachfolger in der Tür und beeindruckt schon, bevor man überhaupt den ersten Ton abspielen konnte. Denn das in nur 28 Tagen kreierte Zweitwerk ist das Resultat seines Beitrags zur RPM-Challenge, zu dem ein lokales Musikmagazin alljährlich Musiker einlädt. Innerhalb des Februars soll man es schaffen, zehn Songs oder 35 Minuten eigens komponierte Musik einzuspielen. Dabei wurde Lott von Kameras beobachtet und musste beinahe täglich Zwischenstände abgeben, so dass Wartende jeden Schritt ihres neuen Lieblingsalbums miterleben konnten.
Und wie klingt dieses neue Album nun? Allein der Opener „Flickers“ mit seinen Violinläufen und Bläser-Arrangements, die sich akribisch genau in die Drums aus dem Hintergrund fügen, erscheinen gewaltig und ziehen die volle Aufmerksamkeit auf das Album und die darauf folgenden Songs. Immer wieder erhebt sich eine Melodie, die prägnanter und ergreifender nicht hätte ausfallen können, in den mit Chören bzw. vervielfachten und ineinander verwobenen Vocallines und einer unüberhörbaren Vorliebe für neuartige Arrangements klassicher Instrumente in Songs, die sich jedes Schubkastendenkens empören.
Diese ungewöhnliche Herangehensweise an das Songwriting und das Vermischen mit den verschiedenen Elementen von neuartiger Elektronik und klassichem Pop machen Son Lux einzigartig, wenn nicht sogar zu einem Exoten oder einem Kleinkind in einem Wald der musikalischen Vielfältigkeit. Grenzenlos und fazinierend, wie es sonst nur ein Peter Gabriel vermochte, allerdings mit einfacheren Mitteln.
An der Produktion dieses erhabenen Werkes beteiligt waren unter anderem auch DM Stith, Peter Silberman (The Antlers), Shara Worden (My Brightest Diamond) und Midlake. Diese stechen aber niemals hervor, sondern halten sich gewollt im Hintergrund, um das Atmen von „We Are Rising“ nicht zu blockieren.
Quelle: http://byte.fm/magazin/blog/2011/08/01/son-lux-we-are-rising/
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